- Definition
- Empfehlungsmarketing bezeichnet alle Marketing-Aktivitäten, bei denen vorhandene Kontakte (Kunden, Partner, Mitarbeitende) gezielt zu Empfehlungen motiviert werden, um neue Leads oder Kunden zu gewinnen.
Empfehlungsmarketing vs. Affiliate vs. Referral
Die drei Begriffe werden oft vermischt. Empfehlungsmarketing ist der Oberbegriff. Referral-Marketing meint im engeren Sinne strukturierte Programme mit eindeutigem Code je Empfehlenden. Affiliate-Marketing arbeitet mit Publishern, die nicht zwingend Kundinnen oder Kunden sind und über Werbeplatzierungen vermitteln.
Im B2B dominiert das klassische Empfehlungsmarketing: Kunde A empfiehlt Anbieter B an Kunde C, oft im persönlichen Gespräch. Die Conversion-Rate liegt typisch zwei bis fünf Mal höher als bei Cold-Outreach.
Typische Modelle im B2B
- Kunden-werben-Kunden: Bestandskunden bekommen Provision oder Credits.
- Partner-Programme: Beratende, Agenturen oder Systemhaeuser empfehlen aktiv.
- Ambassador-Programme: Branchen-Multiplikatoren mit Reichweite.
- Reseller-Modelle: Partner verkauft im eigenen Namen weiter, Marge statt Provision.
Entscheidend ist, dass jeder Empfehlende eine eindeutige Tracking-ID hat, damit die Zuordnung sauber bleibt.
Rechtlicher Rahmen in DACH
Empfehlungen sind grundsätzlich erlaubt, brauchen aber Transparenz: Empfangende müssen erkennen, dass eine Empfehlung gegen Vergütung erfolgt (UWG, Schleichwerbung-Verbot). Bei Geldzahlungen über 250 Euro pro Empfehlung wird es steuerlich relevant für den Empfehlenden. DSGVO-konform sind Empfehlungen nur, wenn Empfangende der Kontaktaufnahme zustimmen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Empfehlungsmarketing und Affiliate?
Empfehlungsmarketing nutzt persönliche Beziehungen (Kunden, Partner). Affiliate-Marketing nutzt anonyme Publisher mit Werbeflaechen. Empfehlungsmarketing hat höhere Conversion, Affiliate höheres Volumen.
Wie hoch sollte die Provision im B2B liegen?
Typisch sind 5-20 Prozent des Auftragswerts bei SaaS, 1-5 Prozent bei Beratungsleistungen, oder Fixbetraege ab 100 Euro je qualifiziertem Termin.
Muss ich Empfehlungen versteuern lassen?
Empfehlende mit gewerblicher Tätigkeit stellen Rechnungen mit USt. Privatpersonen unterliegen ab 256 Euro im Jahr der Einkommensteuer auf sonstige Einkünfte.
